Woche 3: Wandern und Lernen

Am Anfang der Woche zeigte sich Raincouver von seiner schönsten Seite, aber das Wetter wird immer schöner und die Temperaturen steigen, so dass wir wieder drei schöne Wandertouren unternommen haben. Regnerische Tage muss man hier einfach hinnehmen, der Kanadier an sich steht auch in kurzer Hose und ohne Jacke im Regen. Aber in unserer dritten Woche zeigt sich auch, dass wir mittlerweile einen „kanadischen“ Alltag mit Einkaufen und Wäsche waschen haben.

Homeschooling

Wir wollen in Kanada nicht nur das Land und die Leute kennenlernen, sondern auch unser Englisch verbessern. Dazu haben wir uns an der öffentlichen Bibliothek in Vancouver angemeldet. Damit haben wir Zugriff auf viele Bücher zum Lernen. Insgesamt wirkt das Bibliothekssystem ein wenig besser als in Deutschland. Zum Einen können Bücher überall zurückgegeben werden und zweitens können bis zu 50 Artikel gleichzeitig entliehen werden. Dazu kostet der Ausweis gerade mal ein nettes Lächeln. Man benötigt nur eine Wohnadresse in Vancouver.

Flucht aus der Grossstadt

Vancouver ist eine sehr grosse Stadt in der wirklich eine Menge Leute (ca. 2,3 Mio Einwohner) leben. Das kann einem auch mal zuviel werden. Unsere Touren durch das Vancouver Umland sind hier genau die richtige Abwechslung. Unterwegs trifft man manchmal über Stunden keine anderen Menschen und kann mutterseelenallein durch den Wald wandern. Aber es gibt auch wie in Deutschland sehr stark frequentierte Wege. Diese sind aber meist nur am Anfang einer Tour überlaufen, da viele ungeübte Wanderer nach einem Teil einfach wieder umdrehen.

Für eine schnelle Flucht bietet sich der Stanley Park westlich von Downtown geradezu an. Wir sind den Park entlang der Seawall gegangen und haben auf der Strecke fast alle möglichen Schattierungen des Wetters erlebt. Angefangen bei Regen bis zu Sonnenschein. Sehr schön sind hier die Strände im Westen von Stanley Park, von denen man wunderschöne Sonnenuntergänge erleben kann.

Im Sommer wahrscheinlich sehr gut besucht ist der Belcarra Regional Park, wegen seiner schönen Picknick-Möglichkeiten und dem Blick aufs Burrad Inlet. Unser Ziel war Jug Island Beach. Der Trail führt durch einen sehr schönen Wald und erreicht nach ca. einer Stunde den Strand. Zwar wird hier vor Bären gewarnt, aber gesehen haben wir trotzdem keinen. Besonders spannend waren hier auch die Busfahrten über das Land zum Regionalpark hin. Vom netten Busfahrer erfuhren wir ausserdem, dass die Anwohner erst in diesem Jahr ein öffentliches Wasserversorgungssystem erhalten.

Tags darauf ging es zum Butzen Lake. Dort erwartete uns der Sendero Diez Vistas Trail. Von insgesamt zehn Ausichtpunkten konnte man auf das Burrad Inlet schauen, unter anderem auch die Jug Island sehen. Diese Wanderung war bisher unserer Längste und verlangt auch einiges an Kondition. Leider ist es zeitlich nicht zu schaffen die North und South Beach des Buntzen Lake in diesen Trail miteinzubauen. Unterwegs sehenswert ist die Floating Bridge im Süden und die Suspension Bridge im Norden des Sees.

Amerikanisches Shoppen

Vermutlich habe ich es schon geschrieben, aber trotzdem nochmal: Lebensmittel sind in Kanada teuer! Um dem zu entgehen kann man dann entweder in kleinen Läden den jeweilig günstigsten Preis suchen oder man besucht die grossen Supermärkte wie Walmart oder Canadian Superstore. Leider werden hier die Sachen auch nur günstiger durch die grösseren Gebinde. Wir essen zwar gerne Haferflocken, aber schaffen dann doch keine zehn Kilo. In diesen Superstores bekommt man nicht nur Lebensmittel, sondern auch alle Dinge des Lebens wie Kleidung, Möbel, Freizeitartikel oder Versicherungen und ein Konto bei der Bank.

Sunset in Vancouver

Zum Abend hin sind wir diese Woche zum Canada Place gefahren, um ein paar schöne Fotos vom Sonnenuntergang zu schiessen. Von hier steht man zentral in Vancouver mit Blick auf die Wälder und Berge, im Rücken die Wolkenkratzer. Bisher hat man in Vancouver das Gefühl, dass abends das Wetter tendenziell besser wird. Ein Glück für Langschläfer und Sonnenuntergangsfanatiker.

Dinge, die man wissen sollte und die wir gelernt haben

  • Vancouver Public Library (VPL) ist kostenlos und kann von jedem Bewohner der Stadt genutzt werden
  • die kostenlosen ESL Englischkurse der Bibliothek werden leider nicht für vorrübergehende Bewohner wie uns angeboten
  • es gibt kostenlose Bankaccounts in Kanada, z.B. die Presidental’s Choice Finacial (Tochter der CIBC)
  • Busse, die Pick-up only als Aufschrift haben, müssen extra angewunken werden, sonst fahren diese einfach vorbei
  • an Wochenenden und Feiertagen kann man mit dem Monatsticket für eine Zone in alle drei Zonen fahren
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