Woche 8: Leider kein Farmbier

Unsere zweite Woche auf der Good Nature Farm war wieder sehr abwechslungsreich und voller Überraschungen. Während dem Broom Busten lernt man viele interessante Menschen kennen und erfährt, dass viele Kanadier deutsche Wurzeln oder Freunde in Deutschland haben. Während wir in der Umgebung von Qualicum Beach herumfahren und den Scotch Broom schneiden, bekamen wir auch die Gelegenheit andere Orte und Sehenswürdigkeiten anzuschauen.


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Nur noch in dieser Woche war es sinnvoll den Scotch Broom zu schneiden, bevor dieser Samen entwickelt. Darum ging es meist vormittags zu einem Public Cut, bei dem sich Freiwillige aus der Umgebung treffen, um gemeinsam Broom auf öffentlichen Flächen zu entfernen. Meistens sind es Rentner, aber am Wochenende sind auch mal jüngere Freiwillige dabei. Diese Bewegung gibt es seit sechs Jahren in Qualicum Beach und unsere „Farmmutter“ organisiert das Ganze. So haben wir das Glück gehabt als letzte WWOOFer in diesem Jahr teil des Broom Busting Teams zu sein.

Leider mussten wir in dieser Woche aus unserer Cottage ausziehen, da sie an Gäste vermietet wurde. Dafür durften wir ins Haus der Farmfamilie ziehen. Wir bekamen ein Zimmer für uns mit Blick auf die Blaubeeren. Trotzdem werden wir unseren Kaminofen sehr vermissen.

Wir waren sehr viel unterwegs in dieser Woche und haben unter anderem einen Radelausflug zur Top Bridge in Qualicum Beach gemacht. Von unseren WWOOF Hosts haben wir zwei Fahrräder bekommen, mit denen wir die Umgebung ein wenig auf eigene Faust erkunden können. Nach der Arbeit wurden wir mit den Rädern in die Nähe der Brücke gefahren und mussten nur noch fünf Meilen dorthin selbst fahren. Der Ausflug an die Brücke war sehr schön und gab uns Gelegenheit uns von der Arbeit kurz zu erholen. Die Erholung war auch sehr nötig, da der Nachhauseweg ohne Auto nun sehr viel weiter als fünf Meilen war. Wie fast jeden Abend fielen wir an dem Tag todmüde ins Bett.

Weitere Ausflüge führten uns zum Strand nach Parksville. Bei Ebbe kann man sehr weit ins Meer hinaus gehen und dabei viele Krebse beobachten. Eine kleine Wanderung konnten wir im English Man River Provencial Park unternehmen. Dort fanden sich zwei kleine Wasserfälle des English Man Rivers. Der Upper Fall sieht dabei sehr spektakulär aus und hat Ähnlichkeit mit den Niagara Fällen (in klein). Trotzdem müssen wir uns das Original in Toronto anschauen. Schließlich haben wir uns noch den Farm Market in Errington angesehen. Hier werden allerlei lokale Pflanzen, Blumen, Süßwaren und Handwerksarbeiten zum Verkauf angeboten. Der gesamte Markt liegt sehr malerisch an einem Wald gelegen und wird jeden Samstag abgehalten. Hier kennt jeder fast jeden und der Markt ist Treffpunkt der Community von Errington und Umgebung.

Am Abend haben wir mit unseren Hosts sehr anregende Gespräche und man erfährt eine Menge über die Leute. Der Bruder unserer „Farmmutter“ war gerade zu Besuch für einige Tage und dementsprechend viel gab es zu erzählen und zu hören. Wir kamen auch auf das Thema Bier brauen und dort erfuhr ich, dass die wenigsten Homebrewer und Brewshops ihre Würze aus Malz gewinnen, sondern Extrakte einsetzten. Da der Sohn in der Vergangenheit schon öfters Bier aus Extrakt hergestellt hat, waren sich alle einig, dass wir ein gscheites Bier auf der Farm einbrauen. Leider bekommt man kein Malz auf Vancouver Island und die lokalen Brewshops waren nicht kooperativ genug um Rohstoffe zu verkaufen. Damit ist das Projekt Farmbier leider erst mal auf Eis gelegt. Wage Pläne über unsere Rückkehr und das Errichten der Blueberry-Brewery gibt es aber schon!

Dinge, die man wissen muss und die wir gelernt haben
• man kann nicht alle Greyhound Bus Tickets online kaufen, für einige manche Stationen muss man ein Ticket vor Ort kaufen
• Traktor fahren macht unglaublich viel Spaß
• man kann in Kanada deutsches Sauerkraut aus der Dose kaufen
• Murmeltiere gelten auf Vancouver Island als bedrohte Tierart, da es nur noch ca. 70-100 davon gibt

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