Woche 9: Little Peeple, Cuchifritos, Tomatos und wir

Endlich können wir einen Vergleich zwischen zwei Farmen machen, nachdem wir unsere zweite Farm in Vancouver Island bereist haben. Gerade befinden wir uns in der Gegend um Ducan im Cochwichian Valley. Wir haben Unterkunft bei der SOL Farm gefunden und wurden herzlich von Stephen und Ramona aufgenommen. Beide betreiben zusammen mit ihrem Sohn eine organische Farm, auf der es Hühner, Tomaten, Kartoffeln und viele andere Arten von Gemüse gibt.


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Schon bei der Ankunft überrascht uns Stephen mit einer eher traurigen Nachricht, weil eines seiner beiden Gewächshäuser in der letzten Woche abgebrannt ist. Dementsprechend viele Pflanzen und Geräte sind dabei erheblich beschädigt oder zerstört worden. Trotzdem haben beide noch eine sehr positive Ausstrahlung und boten uns ein sehr warmes Willkommen. Das zeigt sich unteranderem in der liebevollen Unterbringung, die sie uns zur Verfügung gestellt haben. Zurzeit bewohnen wir einen kleinen umgebauten Bus. Früher war dieser Mal ein Cuchifritos, ein Imbisswagen. Stephen hat den Bus fürs Camping fit gemacht und ist damit in Mexiko herumgefahren. Jetzt steht er auf der Farm und bietet den WWOOFern eine schöne Unterkunft. Dabei werden wir noch rundum mit tollem Essen und sogar leckerem Bier versorgt.

Als Gegenleistung helfen wir auf der Farm mit so gut es geht. Ramona und Stephen haben sich einen Tagesplan mit Aufgaben ausgedacht, die täglich anfallen. Dabei geht es um das Füttern der Tiere und das Bewässern der Pflanzen. Nach diesen Routinearbeiten arbeiten wir gemeinsam an Projekten. Momentan wird eine halbautomatische Bewässerung für die Erdbeeren gebaut, es muss die Bewässerung der Gurken und Kartoffeln repariert werden und rund um das Grundstück muss der Rasen gemäht werden. Wir arbeiten hier sehr geregelt, bei 5 Stunden am Tag bei 5 Tagen in der Woche und das Wochenende ist frei.

Nach dem Brand sind verständlicherweise viele Arbeiten rund um die Farm liegengeblieben und weniger Pflanzen sind bereit zur Ernte. Jeden Samstag werden die Erzeugnisse auf einem Markt in Duncan verkauft und dementsprechend wenig kann zur Zeit angeboten werden. Neben Gemüse verkauft die Farm auch Eier und Hühner aus eigenem organischem Anbau. In unserer ersten Woche durften wir die Ankunft von 100 Küken erleben und staunen wie schnell diese jeden Tag wachsen.

Neben der Arbeit hatten wir auch Gelegenheit die Stadt Duncan anzuschauen. Wir hatten dabei großes Glück, da dort kostenlose Totem Touren angeboten werden. In der gesamten Stadt sind Totem-Pfähle verteilt und können auf der Totem Tour unter fachkundiger Erläuterung angeschaut werden. Dabei erfuhren wir eine Menge über die indianische Kultur und ihre Mythen. Duncan besitzt auch den größten uns schwersten Totem-Pfahl der Welt. Die Stadt hat nicht nur den Farm Market und die indianische Kunst zu bieten, es gibt dort auch die beste Cinnamon Bun (Zimtschnecke), die wir bisher probieren durften. In der „Garage“ werden lokale Erzeugnisse in einer Art Supermarkt verkauft und ein Café bietet sensationell leckere Backwaren an.

Am letzten freien Tag unserer Woche durften wir uns das Auto der Familie ausleihen und sind zum Mount Prevost gefahren. Nach langer Zeit wollten wir mal wieder einen längeren Hike machen und die frische Bergluft schnuppern. Anders als in Deutschland sind wir erst den Berg raufgefahren und oben herumgewandert. Von oben hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf das Cochwichian Valley und die Stadt Duncan. Nach unserer Wanderung ging es zusammen mit unseren Hosts zu einer einzigartigen Bäckerei auf einem Winzergelände. Dort haben sich eine Deutsche und ein Franzose ein kleines Paradies aufgebaut und verkaufen am Wochenende wundervolle Bäckereierzeugnisse wie deutschen Kuchen, Quiches, Pies und anderen Köstlichkeiten.

Damit ist unsere erste Woche auf der SOL Farm schon beendet und es naht wieder der Abschied in der zweiten Woche. Uns gefällt es sehr gut auf dieser Farm und wir verstehen uns blendend mit unseren Hosts, so dass das Lebewohlsagen wohl schwer fallen wird.

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Ein Kommentar zu Woche 9: Little Peeple, Cuchifritos, Tomatos und wir

  1. christian sagt:

    Was ist klein und gelb und flauschig und macht die ganze Zeit Peep Peep Peep?

    Ungefähr 100 Küken, die auf unserer Farm w0hnen. Stephen nennt sie hier Little Peeple. Ich finde das ist eine nette Wortschöpfung.

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