Woche 22: Biebertown

We are in Biebertown! Without knowing we arrived at the hometown of Justin Bieber. But that is not as bad as it sounds. Stratford is a beautiful town with great theaters, a very nice downtown area and a lovely lake to stroll around. We met our host Pam from Kawthoolei farm and helped working at the Farmer’s Market and at the farm. We harvested a lot of things, like thai beans, black tomatoes, very hot peppers and ground cherries. Besides the garden we are grew sprouts, made our own tofu and pesto in the house and had great vegetarian meals together. Also we completed constructing the greenhouse which was built by WWOOFers this summer and we prepared cranberry beds for the winter. On the weekend we had the possibility to visit the dragonboat festival in Stratford, which took place on the river on Saturday.

Wir sind in Biebertown! Ohne es zu wissen landeten wir in der Heimatstadt von Justin Bieber. Aber das ist jetzt nicht so schlimm wie es klingt. Stratford ist eine schöne kleine Stadt, die großartiges Theater, eine nette Innenstadt und eine schöne Uferpromenade bietet. Wir trafen unseren Host Pam, die die Kawthoolei Farm betriebt und halfen bei der Arbeit auf den Wochenmärkten und auf der Farm. Dabei ernteten wir unter anderem Thai-Bohnen, schwarze Tomaten, scharfe Chilischoten und Ground Cherries. Pam hat sehr viele unkonventionelle biologische Gemüsesorten im Programm. Wir haben auch ein Gewächshaus fertiggestellt, das andere WWOOFer während dem Sommer auf der Farm gebaut hatten. Neben der vielen Arbeit hatten wir aber auch die Gelegenheit ein Drachenboot-Festival in Stratford zu besuchen.


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Die Stadt Stratford liegt nicht weit weg von Toronto und ist bequem mit dem Zug zu erreichen. Sie ist bekannt für ihre exzellenten Theater- und Shakespeare-Aufführungen. Uns führte aber nicht das Theater oder Justin Bieber nach Stratford, sondern die Kawthoolei Farm von Pam. Wir trafen sie auf dem Slow Food Market in Ortszentrum und konnten uns gleich einen Überblick über ihr Sortiment verschaffen. Sie baut in einem großen Garten Paprika, Tomaten, Bohnen, Erbsen, Kartoffeln, Kürbisse, Salat, Kräuter und noch vieles mehr an. Dabei beschränkt sie sich nicht auf die üblichen Gemüsesorten, sondern hat auch schwarze und grüne Tomaten oder Thai-Bohnen im Programm. Neben dem Gemüse kann man bei ihr auch noch selbst angebaute Sprossen kaufen. Jeder kennt Kresse, die man zu Hause selbst wachsen lassen kann, aber hier lernten wir Azuki-, Kichererbsen-, Linsen-, Alfalfa- (?) und Brokkolisprossen kennen. Nach dem Markt ging es dann zum Haus von Pams Mutter in Stratford, wo sie meist das Wochenende verbringt. Abends konnten wir noch einen schönen Spaziergang am Victoria See entlang machen und uns von der Aussicht beeindrucken lassen.

Da Pam montags noch einige Dinge in der Stadt zu erledigen hatte, konnten wir einfach mal ausschlafen und langsam in den Tag starten. Mittags fuhren wir dann endlich zur Farm mit einem vollgeladenen Truck inklusive einer Hündin namens Eh Htoo. Pam fährt jeden Winter nach Burma und leitet dort ein Programm zur Suchtprävention von Flüchtlingen. Von dort hat sie auch Eh Htoo mitgebracht. Auf der Farm bekamen wir eine Führung über das Gelände und wurden schon mal mit den anstehenden Projekten vertraut gemacht. Im Laufe des Sommers wurde ein Gewächshaus von anderen WWOOFern gebaut und wir sollten dann die Feinarbeiten, wie Türen und Befestigungen übernehmen. Zudem hat sich Pam Cranberry-Pflanzen angeschafft und gepflanzt, die in drei Jahren große Erträge liefern sollen. Zuvor müssen die Beete sauber und winterfest gemacht werden.

Eine unserer täglichen Aufgaben ist das Waschen und Wässern der Sprossen, die im Keller der Farm angesetzt sind. Innerhalb einer Woche werden so aus Samen essbare Sprossen herangezogen, die dann auf den Märkten oder direkt an Restaurants verkauft werden. Das Prinzip ist dabei so simpel, dass wir es wohl auch selbst in Deutschland probieren werden. Die Sprossen eignen sich hervorragend, um Salate den letzten Pfiff zu geben oder einem Gericht noch das frische Etwas zu verleihen.

Das erste Projekt der Woche war die Arbeit am Gewächshaus und hier trafen auf Brian, der als netter Nachbar von nebenan maßgeblich an dessen Bau beteiligt war. Zusammen mit seiner Hilfe konnten wir die Türen einbauen, das Dach abdichten und dem Holz einen schicken Anstrich verpassen. Wir wurden sogar von Brian und seiner Frau zum Abendessen in deren Haus eingeladen und konnten ein echtes nordamerikanisches Dinner erleben. Durch den hohen Vegetarieranteil gab es Chili con Tofu mit Mais und Reis. Brian ist ein begnadeter Koch und hat uns sogar noch mit einem Blaubeerenkuchen und selbst gebackenem Brot verwöhnt. Wir hatten einen wundervollen Abend mit wundervollen Gastgebern.

Jedes Wochenende fährt Pam zu zwei Märkten in Stratford, um schließlich Geld mit der Farm zu verdienen. Dazu muss zwei Tage zuvor die Ernte eingefahren werden. Das bedeuten wir gehen in den Garten und pflücken all die schönen Sachen, die dann hoffentlich glückliche Kunden finden werden. Um den Truck voll mit Gemüse zu bekommen, mussten wir eineinhalb Tage durcharbeiten und ernten was das Zeug hält. Parallel zum Ernten stellten wir ebenfalls Tofu, Pesto und Sauerkraut für den Markt her. Tofu zu machen ist eine sehr zeitaufwendige Sache und erfordert sehr viel Einsatz in der Küche. Aber der Aufwand lohnt sich, da so individuelle Sorten wie Blüten- und Curry-Chili-Tofu entstehen, die sehr lecker und unglaublich gefragt bei den Kunden sind.

Nachdem wir den Truck gepackt hatten, ging es wieder nach Stratford und wir kamen wieder beim Haus von Pams Mutter unter. Glücklicherweise fand an diesem Wochenende auch das Drachenboot-Festival in Stratford statt. Nach dem Farmers Markt, der von sieben bis zwölf Uhr dauert, konnten wir an den See gehen und ein kanadisches Spektakel erleben. Den ganzen Tag gab es Drachenboot-Rennen, Unterhaltungsprogramm und viel klassisches Festival Food. Von Pommes über Burger konnte man auch einen panierten und in Fett heraus gebratenen Marsriegel bekommen, der wohl den siebten Kreis der Cholesterinhölle markiert. Am Ende der beiden Markttage hatten wir fast das komplette Gemüse verkauft und packten wieder den Truck um zurück zur Farm zu fahren. Nächste Woche erwarten wir dann zwei neue WWOOFer, die uns dann hoffentlich tatkräftig unterstützen werden, da es noch viel auf der Farm zu arbeiten gibt. Wir werden dann den folgenden Donnerstag abreisen und unseren Roadtrip durch den Osten von Kanada antreten. Wir freuen uns schon sehr darauf.

Dinge, die man wissen muss und die wir gelernt haben

  • Stratford ist die Heimatstadt von Justin Bieber
  • es gibt eine Karte von Stratford, auf der alle Bieber-Orte eingezeichnet sind (Schule, Eisdiele, Musikshop, …)
  • Zugfahren ist sehr bequem, man hat viel Platz, Internet und kann viel von der Gegend sehen
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